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Innsbrucker Capellknaben Presse
Tiroler Tageszeitung

"Barock Swing aus Knabenmund"
Konzertkritik zum Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche "Maria am Gestade" in Innsbruck, Dezember 1995.

Die Innsbrucker Capellknaben überzeugten mit ihrem Leiter Prof. Howard Arman beim Weihnachtskonzert in Maria am Gestade. (von Siegfried Portugaller)
INNSBRUCK. Schon der erste Klang (Machet die Tore weit") schoss auffordernd aus den Kehlen, unterstützt vom sonoren Salbei eng mensurierter Posaunen und der federnden Violone im Bass. Die Kombination alter Instrumente (Geigen, Flöten, Gambe, Posaunen, mit Positiv) mit dem Knabenchor mischte sich aus Angenehmste.
Eine durchgehende Weihnachtsgeschichte von der Verkündigung bis zu den Drei Königen, von verschiedenen Komponisten erzählt, war die durchdachte Programmgestaltung. Kantionalsätze von Praetorius und Scheidt wurden in G.B. Mocchis Kantate zur Weihnacht an passenden Textstellen ("Joseph, lieber Joseph mein", "O Jesulein zart") eingestreut.
Ausgewählt wurden auch fast vergessene Barockkomponisten wie Mazak, Ahle und Vierdanck, teilweise von Arman für das Konzert bearbeitet. So wurden Vielfalt, Farbenspiel von Besetzungsmöglichkeiten vorgeführt, vom Duett und Echochor, über das Trio und Flötenbukolik, bis zur geballten Homophonie. Sogar die Jüngsten kamen zu einem kleinen Solo bei den volkstümlichen Weihnachtsliedern.
Frische und Intonation der Capellknaben schienen eine Selbstverständlichkeit, aber Artikulation und "Swing" mussten verblüffen. Mutanten und junge Männerstimmen werden erfolgreich als Tenöre und Bäass eingesetzt.

 


 

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